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Wie werden Trinkgeldzahlungen an den Unternehmer im Kassensystem gebucht?

Freiwillige Trinkgeldzahlungen von Kunden an Arbeitnehmer eines Unternehmens sind steuerfrei, soweit der Mitarbeiter selbst über die Trinkgelder verfügen kann. Hierzu werden meistens nach Mitarbeitern getrennte "Sparbüchsen" an der Kasse positioniert.

Trinkgelder an den Unternehmer selbst sind jedoch steuerpflichtige Einnahmen und müssen täglich im Kassensystem erfasst werden.

Sie müssen also eine "Dienstleistung" mit der Bezeichnung "Trinkgeld Unternehmer" (oder ähnlich) im Programm anlegen und täglich vor dem Tagesabschluss das erhaltene Trinkgeld des Tages in der Sparbüchse zählen und über die angelegte Dienstleistung kassieren und das Geld in die Kasse legen. Dies gilt wie gesagt nur für das Trinkgeld an den Unternehmer.

Unternehmer-Trinkgeld als Dienstleistung

Detailansicht der angelegten Dienstleistung:

Detailansicht Unternehmer-Trinkgeld als Dienstleistung

Buchungsbeleg der Trinkgeldeinzahlung als steuerpflichtige Einnahme

Durch das Kassieren der Trinkgeldzahlung als steuerpflichtige Einnahme wird die Einzahlung des Trinkgelds gebucht und im System dokumentiert. Wie bei einem normalen Kassiervorgang wird ein entsprechender Beleg erzeugt.

Buchungsbeleg als Nachweis der Einzahlung des Unternehmer Trinkgelds

Wenn keine Trinkgeldzahlungen des Unternehmers als Einnahmen kassiert werden, ist die Kassenführung nicht ordnungsgemäß und kann somit verworfen werden. Alleine durch die geschätzten Trinkgelder (z. B. 25 EUR pro Arbeitstag an 220 Tagen) fehlen dadurch 16.500 EUR steuerpflichtige Einnahmen in einem Prüfungszeitraum von 3 Jahren. Die Folge wäre eine Hinzuschätzung der Umsätze, eine Steuernachzahlung und evtl. sogar ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung.

Bitte achten Sie daher auf eine ordnungsgemäße Buchung Ihrer Trinkgeldzahlungen.

Finanzgericht Münster, 7 K 3675/13 E,G,U vom 29.03.2017

Im Gerichtsurteil des Finanzgericht Münster, 7 K 3675/13 E,G,U vom 29.03.2017 sind z. B. folgende Textpassagen beim Tatbestand zu finden:

"Trinkgelder wurden nicht in der Kasse erfasst, sondern sowohl für den Kläger als auch für jeden seiner Arbeitnehmer in jeweils eigene Sparschweine eingeworfen, für die keine Aufzeichnungen geführt wurden. Zwischen den Beteiligten ist unstreitig, dass in das Sparschwein des Klägers nicht erfasste Trinkgelder in Höhe von 3.600 EUR jährlich gelangt sind."

"Ferner sei die Kassensturzfähigkeit nicht gegeben, weil die Trinkgelder in der Kasse nicht erfasst wurden." 

"Hinzu kommen in Form der fehlenden Gutscheine ein weiterer formeller Mangel und in Höhe der nicht erfassten Trinkgelder auch materielle Kassenführungsmängel."