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"Wer betrügen möchte, wird auch weiterhin betrügen"

Interview mit Regina Grabmaier zum Thema Kassensicherungsverordnung in Deutschland

Ab dem 1. Januar 2020 müssen elektronische Kassensysteme und Registrierkassen in Deutschland über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung verfügen. Über Sinn und Nutzen der Vorgabe sprachen wir mit Regina Grabmaier, Geschäftsführerin bei der SALONWARE Pro GmbH in Burghausen:

 

Frau Grabmaier, bis 1.1.2020 sind es gerade noch zwölf Monate – wenig Zeit, um Kassensysteme nachzurüsten. Wer ist denn von der neuen Kassensicherungsverordnung betroffen?

 

  • Grabmaier: Die Verordnung ist für alle Unternehmen relevant, die ein oder mehrere elektronische Kassensysteme nutzen, sowie für die Kassensystemhersteller. In Deutschland sind das schätzungsweise 2,5 Millionen Kassensysteme von rund 1000 Kassensystemanbietern.

Als Cloud-Kassenanbieter arbeiten Sie ja bereits an der Entwicklung einer solchen technischen Sicherheitseinrichtung, die dann auch vom BSI zertifiziert werden soll. Sie haben also einen gewissen Vorsprung. Aus Ihrer Erfahrung: Was kommt da auf die Kassensystemanbieter und deren Kunden zu?

 

  • Grabmaier: Für die Anpassungen der Kassensysteme müssen viele Millionen Euro Entwicklungskosten investiert werden. Weder die Entwicklung noch der Kauf einer solchen Sicherheitseinrichtung sind kostenlos. Diese Kosten müssen von den Anwenderunternehmen getragen werden. Das hat aus meiner Sicht zur Folge, dass sich die Zahl der Anbieter erheblich reduzieren wird und dass die Preise für steigen werden. Wir gehen davon aus, dass sich die einmaligen und laufenden Kosten für eine Kasse verdoppeln werden.

Indem Sie eine solche Sicherheitseinrichtung branchenunabhängig als Cloud-Lösung anbieten, könnten Sie die Entwicklungskosten auf viele Schultern aufteilen. Doch wie sieht es mit dem Nutzen aus: Wird die Kassensicherungsverordnung ihr Ziel, die Verhinderung von Manipulation, erreichen?

 

  • Grabmaier: Ehrlich gesagt, bezweifle ich es. Der Gesetzgeber versucht mit dieser Verordnung, Kassensysteme, die schon immer manipulierbar waren, mit einer zusätzlichen Schutzeinrichtung sicher zu machen. Das ist so, als wenn man ein altes Kernkraftwerk am Leben hält und sicherheitshalber nochmal eine Schutzschicht drüber legt. Ich finde, das ist totaler Unsinn. Jedes technische System kann früher oder später überlistet werden. Wer betrügen möchte, wird auch weiterhin betrügen. Außerdem glaube ich, dass sich das "Problem" über kurz oder lang von ganz alleine löst.

Inwiefern?

 

  • Grabmaier: Bei der technischen Sicherheitseinrichtung geht es ja ohnehin nur um die Barzahlungen. Dabei steigt der Anteil an unbaren Zahlungsarten jährlich an. Ich zahle seit Monaten im Internet mit Google Pay. In fast jedem Geschäft kann ich heute mit Smartphone zahlen, seit kurzem auch mit Apple-Geräten - ohne PIN-Eingabe, nur mit Fingerabdruck. Zukünftig wird der Barzahlungsanteil weiter sinken - und somit die Möglichkeit der Manipulation. Da braucht es keine Verordnung.

Was würden Sie sinnvoller finden?

 

  • Grabmaier: Warum investiert der Staat nicht in neue Technologien - oder fördert diese zumindest mehr? Zum Beispiel mobiles Bezahlen mit deutschen Anbietern. Eine anonyme, bargeldlose Zahlungsmöglichkeit, mit der das Bezahlen von Kleinbeträgen in der Bäckerei, Eisdiele, Dönerbude noch einfacher möglich wäre.

Wir danken für das Gespräch.

 

Burghausen, 20.12.2018

    Weitere Informationen zur Kassensicherungsverordnung finden Sie in unserer Pressemitteilung vom 20.12.2018 und auf unserer Website zur technischen Sicherheitseinrichtung:

     

     

    Website zur Technische Sicherungseinrichtung für Kassensysteme kassensignatur.de